TWG ZUM ERGEBNIS DER ERSTEN PHASE DES OECD-PROJEKTS "FUTURE OF EDUCATION AND SKILLS"

Am 9. Dezember 2020 traf sich die OECD Teacher Working Group (TWG) online, um das Projekt "Future of Education and Skills 2030" zu diskutieren, das 2015 von der OECD ins Leben gerufen wurde. Das Projekt zielt darauf ab, ein globales "gemeinsames Verständnis der Kenntnisse, Fähigkeiten, Einstellungen und Werte zu entwickeln, die Schüler im 21. Jahrhundert benötigen" und ist in zwei thematische Phasen unterteilt: Die Neugestaltung von Lehrplänen in Phase 1 und die Lehrplanimplementierung in Phase 2. Das Hauptaugenmerk des TWG-Treffens lag auf der Diskussion der Ergebnisse von Phase 1, insbesondere auf der Vorstellung von zwei Berichten, die sich mit den Herausforderungen des Abbaus der Lehrplanüberlastung bzw. der zeitlichen Verzögerung befassen. Insbesondere brachte das Treffen Interessenvertreter aus dem Bildungsbereich zusammen, um zu evaluieren, wie die gewonnenen Erkenntnisse für die Arbeit am Lehrplan genutzt werden können und welche Auswirkungen diese Berichte auf die Lehrer, ihre Handlungsfähigkeit, ihr Wohlbefinden und ihre Kompetenz haben.

Diesbezüglich wurden drei Schüler und zwei Lehrer eingeladen, ihre Ansichten im Rahmen einer Podiumsdiskussionsrunde mit den Teilnehmern zu teilen. Die erste Frage, die an die Schüler gerichtet wurde, war die, welchen Einfluss die Technologie auf ihre Lernleistungen haben kann. Die SchülerInnen waren sich einig, dass der Einsatz von IKT-Werkzeugen im täglichen Unterricht positive Auswirkungen auf ihren Lernprozess hat, was das Verständnis von Aufgaben und die Unterstützung der LehrerInnen bei der Rückmeldung zu den Hausaufgaben betrifft. Die SchülerInnen betonten jedoch auch, dass IKT-Tools wie Apps nicht die Bedeutung der LehrerInnen ersetzen, wenn es darum geht, Feedback und strukturierte Anleitung zum Lernen zu geben. In diesem Zusammenhang forderten die Schüler, dass das Feedback und die Struktur, die die Lehrer geben, mehr auf die Bedürfnisse der einzelnen Schüler zugeschnitten sein sollten. In Bezug auf die Menge der Hausaufgaben merkte die Mehrheit der Studierenden an, dass sie während der Pandemie eine drückende Überlastung mit Hausaufgaben erlebt haben. Darüber hinaus kritisierten die Studierenden, dass die Lehrkräfte die Hausaufgaben nicht kontrollieren würden, was zu einem weiteren Motivationsabfall auf Seiten der Studierenden führe. Vor diesem Hintergrund schlugen die Studierenden vor, dass die Lehrkräfte bei den Hausaufgaben mehr auf Qualität statt auf Quantität setzen und den Lernenden den Zweck der jeweiligen Hausaufgabe erklären sollten. Darüber hinaus sprachen sich die Schüler dafür aus, die Möglichkeit zu schaffen, die Hausaufgaben gemeinsam mit Gleichaltrigen zu erledigen, da dies die sozialen Kompetenzen weiter fördern würde.

Die von den Schülern geäußerten Bedenken bezüglich der Überlastung mit Hausaufgaben wurden von den teilnehmenden Lehrern gut aufgenommen. Um die Motivation der Schüler zu erhalten, muss der interaktive Austausch zwischen Lehrern und ihren Schülern im täglichen Fern- und Präsenzunterricht verstärkt werden. Außerdem merkten die teilnehmenden LehrerInnen an, dass die Art des Unterrichts mehr auf die individuellen Bedürfnisse der SchülerInnen zugeschnitten werden sollte. Hinsichtlich des Einsatzes von IKT-Werkzeugen für ihren Unterricht berichteten die LehrerInnen von unterschiedlichen Erfahrungen. Während einige Lehrer anmerkten, dass ihre Schule digital nicht gut auf den Fernunterricht vorbereitet sei, gaben andere an, dass sie mit der digitalen Ausstattung ihrer Schulen zufrieden seien. Auch in Bezug auf die Auswirkungen der IKT-Werkzeuge auf die Qualität des Unterrichts wurde ein gemischtes Bild gezeichnet. Die teilnehmenden LehrerInnen merkten an, dass einer der Vorteile der IKT-Werkzeuge darin besteht, dass die SchülerInnen sich besser ausdrücken können. Außerdem betonen sie die Bedeutung des sozialen Lernens. Auf der anderen Seite würden die SchülerInnen jedoch immer müder werden, was zu mehr Aufgaben und folglich zu einer Überlastung mit Hausaufgaben führe.

Die Diskussionen zu dieser Frage werden im Frühjahr nächsten Jahres in den TWGs weitergeführt und auf dem Global Forum, das vom 10. bis 12. Mai in digitaler oder physischer Präsenz in Estland stattfindet, abgeschlossen werden. Schwerpunkt der Diskussion wird dabei die Ausarbeitung von Lehreragenturen im Kontext des Lernkompasses 2030 sein. Als europäischer Arbeitgeber im Bildungsbereich setzt sich EFEE dafür ein, ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld für alle zu schaffen und freut sich daher, dieser Kampagne beizutreten.

Für weitere Details wenden Sie sich bitte an samira.buhrer@educationemployers.eu.

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